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Dr. Izzeddin Musa
Am Bonner Graben 19
53343 Wachtberg
Sehr geehrter Herr
Bundespräsident,
sehr geehrter Herr Bundestagspräsident,
sehr geehrter Herr Bundeskanzler,
sehr geehrter Herr Chairman of OSZE,
sehr geehrte Mitglieder des Bundestages,
In der Anlage übersende
ich Ihnen einen Zeitungsbericht über einen Vorgang,
der nicht skandalöser hätte sein können. Die Vorgänge,
die in diesem Artikel
beschrieben werden, verlangen nach sofortigen Konsequenzen. Wenn mit
einem
solch sensiblen Thema wie dem Antisemitismus so verantwortungslos ungegangen
wird, stellt sich die Frage, wie lange ein Mitglied des Deutschen
Bundestages noch Vorsitzender dieses Bundestagsgremiums bleiben kann.
Darüber hinaus repräsentiert er auch noch unser Land bei der
OSZE. Diesem
Spuk sollte umgehend ein Ende gemacht werden.
Ein Blick in das
Internet lässt jeden erbleichen: Wie konnte der Abgeordnete
Weisskirchen einen Linksextremisten und „Antideutschen“
wie Jörg Rensmann
als „Experten“ einladen, der keinerlei Qualifikation hat?
Dort kann man
nachlesen, in welchen Kreisen sich dieser „Experte“ bewegt
und welche
hetzerischen und totalitären Reden er hält. Dieser „Experte“
gehört nicht in
ein Bundestagsgremium, sondern unter Observation des Verfassungsschutzes.
Ich vermute, dass
keiner von Ihnen das Protokoll dieser unsäglichen Sitzung
gelesen hat. Es dokumentiert ein trauriges Kapitel deutscher
Parlamentsgeschichte. Vielleicht aber auch nicht. Ein ähnlicher
Ungeist
scheint wohl guter deutscher Tradition zu entsprechen.
Dass dieses Verhalten
kein Ausrutscher von Herrn Weisskirchen war, musste
ich auf einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung vom 28. und 29. März
2001
in Berlin persönlich erleben. Dort äußerte er sich sinngemäß,
dass mein Volk
unterentwickelt und mit „normalen“ Menschen nicht gleichzusetzen
sei. Eine
ähnliche Geisteshaltung findet sich nur noch in den Äußerungen
führender
israelischer Politiker und Rabbiner, welche die Palästinenser immer
wieder
als „Kakalaken“,„Ungeziefer“ und „Schlangen“
u. ä. bezeichnet haben- Bei dem
daraufhin losbrechenden Proteststurm der anwesenden Palästinenser,
einiger
mutiger Deutscher machte Weisskirchen sofort einen Rückzieher.
Abweichende
Meinungen konnten leider nur am Abend des ersten Tages unter der Moderation
von Gernot Erler zu Wort kommen.
Als Deutscher palästinensischer
Abstammung und Mitglied der
sozialdemokratischen Partei verlange ich die sofortige Abberufung von
Herrn
Weisskirchen, da er weder mein Land noch die im Bundestag vertreten
Parteien
repräsentieren sollte.
Mit freundlichen
Grüßen
Dr. Izzeddin Musa
Anlage:
Sophia Deeg
Israels falsche Freunde
NACHBETRACHTUNG ZU EINER DEBATTE üBER ANTISEMITISMUS IN BERLIN
Verleumdungen, Verfälschungen und totalitäres Denken
Als Experte in Sachen
Antisemitismus machte unlängst ein unbekannter Diplompolitiloge
bei einem öffentlichen Gespräch Furore, zu dem alle Fraktionen
des Bundestages geladen hatten. Es handelte sich um eine Diskussionsrunde,
zur Umsetzung der Beschlüsse, die auf der Berliner Antisemitismus-Konferenz
vom April letzten Jahres gefasst worden waren. Bundestagsabgeordnete,
hochrangige Beamte aus dem Innen- und dem Außenministerium sowie
namhafte Wissenschaftler wie Prof. Alfred Grosser und Prof. Bryan Klug
saßen auf dem Podium und Vertreter verschiedener NGOs in der Runde.
Nun wäre es durchaus zu begrüßen, wenn ein noch nicht
durch zahlreiche Veröffentlichungen hervorgetretener und mit Titeln
ausgestatteter junger Akademiker als Experte ernst genommen würde,
hätte er tatsächlich seriös zum fraglichen Thema gearbeitet.
Davon ist allerdings nichts bekannt, und seine Äußerungen
in dem besagten Expertengespräch lassen dies noch weniger vermuten.
Dennoch wurde er vom Vorsitzenden, dem SPD-Abgeordneneten Weisskirchen
als „glänzend ausgewiesen“ in der Runde begrüsst,
„seine wissenschaftliche Arbeit“ habe das dokumentiert.
Herr Weisskirchen verwechselte offenbar den hochgelobten Jörg Rensmann
mit Dr. Lars P. Rensmann, der eigentlich als Ersatz für den verhinderten
Prof. Micha Brumlik hätte eingeladen werden sollen – ein
Versehen, das von Jörg R. dem einladenden Gremium gegenüber
jedoch nicht aufgeklärt wurde. Auch einem Teil der anwesenden Experten
war die Verwechselung bekannt, aber auch sie schwiegen.
Bei der „wissenschaftlichen Arbeit“, durch die der abwesende
Dr. Rensmann sich so „glänzend ausgewiesen“ hat, handelt
es sich um eine wissenschaftliche Buchveröffentlichung, in der
der Bonner Publizist Ludwig Watzal in plumper Weise falsch zitiert wird,
um ihm die Rechtfertigung des Hamas-Terrorismus und „die Befreiung
Palästinas von Juden“ unterstellen zu können. Inzwischen
hat sich Dr. Lars Rensmann “angesichts der Androhung gerichtlicher
Schritte außergerichtlich verpflichtet, unzutreffende Behauptungen
über Dr. Ludwig Watzal (...) zu unterlassen bzw. nicht weiter zu
verbreiten.“ (siehe Freitag, 36/05). Zahlreiche Bibliotheken haben
daraufhin diese inkriminierenden Stellen geschwärzt. Auch Honestly
Concerned und andere Internetseiten mussten die Textstellen aus dem
Netz nehmen. Das Landgericht Hamburg hat dem Betreiber der Internetseite
„juedische.at“, Herrn Samuel Laster, am 19. August 2005
die Weiterverbreitung dieser falschen Tatsachenbehauptungen durch ein
Versäumnisurteil untersagt. Prüft man jeweils das Original,
kann man feststellen, dass Watzal sich immer nur für das Ende der
israelischen Besatzung der Westbank und des Gaza-Streifens eingesetzt
hat. Auch die Befürwortung des Terrorismus kann weder aus den fraglichen
Textstellen noch allgemein aus der publizistischen Tätigkeit von
Dr. Watzal herausgelesen werden.
Warum eigentlich muss man – nicht nur im Fall von Ludwig Watzal
– Antisemitismus erst herbeireden? Der zunehmend zu beobachtende
Antisemitismus auf deutschen Straßen und an deutschen Stammtischen
bereitet offenbar nicht die Sorge, die dazu motivieren würde, sich
mit aller Kraft dagegen zu stellen, anstatt Menschen zu diskreditieren,
die schlicht die israelische Politik anders beurteilen als man selber.
Der real existierende Antisemitismus ist solchen „Experten“
offenbar gleichgültig genug, um den schwerwiegenden Vorwurf durch
inflationären Gebrauch zum leeren Allgemeinplatz zu machen, der
alles und nichts beinhaltet.
Der eigentliche Skandal jedoch ist das Verhalten von „höchsten
Stellen“ der Bundesrepublik, von Parlamentariern wie in diesem
Fall Professor Weisskirchen. Skandalös ist die sträfliche
Leichtfertigkeit, mit der das Thema Antisemitismus verhandelt wird,
wenn man diesen „Experten“ in Gremien, die sich vorgeblich
dem Kampf gegen den Antisemitismus verschrieben haben, ein Forum bietet.
Wie kann es sein, dass in einem solchen Gremium ein Jörg Rensmann
unwidersprochen haltlos und verhetzend herumschwadroniert: „Wir
haben es wie z.B. in Frankreich mit dem Phänomen zu tun, dass sowohl
islamischer als auch arabischer Antisemitismus in gewisser Weise nach
Europa zurücktransportiert wird... und hier vor allem von linken
Basisbewegungen aufgegriffen wird.“ – Tendenziöse,
suggestive Äußerungen, die keiner Überprüfung allein
schon der darin verwendeten Begrifflichkeiten und postulierten Zusammenhänge
standhalten. Ein Phänomen, das genuin europäischer Provenienz
und Prägung ist, soll „islamisch“ oder „arabisch“
sein und nach Europa „zurücktransportiert“ werden?
Falls es, selten belegt, in Frankreich, Deutschland oder anderswo Übergriffe
auf jüdische Einrichtungen oder Menschen und anti-jüdische
Äußerungen durch arabischstämmige Europäer oder
– was wiederum deutlich abzugrenzen wäre - aufgrund religiöser
(muslimischer) Motive gegeben hat, wäre dies, wissenschaftliche
Redlichkeit vorausgesetzt, nicht unbesehen mit dem Begriff des Antisemitismus
(christlich-europäischer Tradition) zu belegen. Dass irgendwelche
„linken Basisbewegungen“ diesen von Rensmann behaupteten
„arabischen“ oder „islamischen Antisemitismus“
„aufgreifen“ würden, wird auch durch wiederholte Behauptung
nicht wahr.
Die Ausführungen zweier der geladenen Experten, beide nicht in
Deutschland lebend, atmeten allerdings einen anderen Geist – die
von Alfred Grosser (Frankreich) und von Brian Klug (U.S.A. bzw. GB).
Während Experten und Diskutanten immer wieder für klare Definitionen
und Kriterien als Grundlage einer Bekämpfung des Antisemitismus
plädierten, jedoch mit ungeklärten Begriffen und unbelegten
Behauptungen hantierten, war es vor allem Brian Klug, der tatsächlich
einen konstruktiven Beitrag zur Klärung leistete, indem er den
häufig diffus verwendeten Begriff vom „Existenzrecht Israels“
auf seine verschiedenen möglichen Bedeutungen hin abklopfte und
auf dieser Grundlage der Frage nachging, ob es antisemitisch sei, das
Recht Israels auf Existenz zu verneinen. Jörg Rensmann antworte,
Professor Klug verkenne den Vernichtungswillen der Hamas. Mit dieser
Antwort offenbarte er sein schlichtes Unvermögen, eine Begriffsklärung
von einer Aussage über real existierende politische Akteure zu
unterscheiden.
Alfred Grosser sprach als erster Experte und wurde in erschreckender
Weise von fast allen, die sich im Laufe der Diskussion zu Wort meldeten,
ins Abseits gestellt und vom Vorsitzenden nicht in Schutz genommen.
Vielmehr distanzierte sich dieser sofort, nachdem Grosser gesprochen
hatte. Ralf Schröder (ebenso wie Jörg Rensmann von „die
Jüdische“, Berlin) zeigte sich „befremdet“, dass
eine Position wie die Grossers „tatsächlich ernsthaft und
relevant in diesem Hause diskutiert wird“.
Was hatte Herr Grosser Ungeheuerliches geäußert, das derart
inkompatibel mit den Einstellungen der anderen TeilnehmerInnen der Runde
war, dass sie nicht einmal darüber reden wollten?
Er hatte aus seiner Sicht die Frage beantwortet, was es heiße,
Israel zu kritisieren, da die Abgrenzung von Israelkritik und Antisemitismus
eine der Aufgaben der Gesprächsrunde war. Es gehe, so Grosser,
nicht nur um die Politik Israels, es gehe um Verbrechen. Damit sprach
er etwas aus, was auch viele Israelis, selbst führende Vertreter
des israelischen Establishments inzwischen glauben aussprechen zu müssen,
gerade weil ihnen ihr Land, ihre Gesellschaft am Herzen liegt und sie
deren Absturz nicht ruhig mit ansehen können. Alfred Grosser begründete
sein kritisches Engagement im Zusammenhang mit Israel mit seiner jüdischen
Identität, so wie er sein kritisches Engagement in Bezug auf den
Algerienkrieg mit seiner französischen Identität begründete
und sein kritisches Engagement in Bezug auf das Nachkriegsdeutschland
mit seiner deutschen Herkunft und seinen republikanischen Überzeugungen,
die ihm geboten sich einzumischen, wenn ihm die Bundesrepublik von grundlegenden
demokratischen Prinzipien abzuweichen drohte (so seinerzeit im Zusammenhang
mit den Berufsverboten).
Des weiteren warf Grosser die Frage auf, was Juden gegen Antisemitismus
tun könnten und kam zu dem Schluss: „Es ist Antisemitismus
fördernd, wenn man nicht zugleich (mit dem Kampf gegen Antisemitismus)
andere Rassismen bekämpft.“ Dies sei Aufgabe von Juden und
jüdischen Organisationen. Mit dieser Auffassung steht er unter
französischen Juden durchaus nicht allein. Die Union Juive Francaise
pour la Paix beispielsweise arbeitet eng mit der Association des Travailleurs
Maghrebin de France zusammen und ist wie diese selbstverständlich
Teil verschiedener antirassistischer Bündnisse, weil sie den Kampf
gegen Antisemitismus und andere Formen von Rassismus und Diskriminierung
als ein gemeinsames Anliegen von Juden, Arabern/Muslimen und anderen
BürgerInnen der Republik verstehen.
Grossers Argumentation, die man als humanistisch und republikanisch
beschreiben könnte, ein politisches Selbstverständnis jenseits
partikularer Interessen oder Ambitionen war für die Teilnehmer
einer Gesprächsrunde bundesrepublikanischer Parlamentarier und
Experten in Sachen „Antisemitismus“ unerträglich -
sie sprechen eine g r u n d s ä t z l i c h andere Sprache. Eine
wahrlich gespenstische Situation, vor allem für den mit wenigen
dämonisierenden Worten als Gesprächpartner Ausgeschlossenen.
Immerhin durchbrachen zwei Abgeordnete das menschlich vollkommen inakzeptable
Verhalten der Runde einschließlich ihres Vorsitzenden; Frau Pfeiffer
und Frau Philipp, beide CDU/CSU, gestanden Grosser das Recht zu, eine
abweichende Auffassung zu äußern und bedauerten, dass sich
niemand argumentativ mit ihm auseinandergesetzt hatte. Auch die Grünen-Abgeordnete
Claudia Roth wies die unflätigen Einlassungen von Ralf Schröder
(„Die Jüdische“) zurück.
Es bleibt die Frage: Wie kommt es in der Bundesrepublik und in einem
solchen für ihre politische Kultur einigermaßen repräsentativen
Gremium zu einer derart monolithischen, geradezu totalitär verfestigten
Ideologie zum Thema Antisemitismus und Israel (denn es handelt sich
um Ideologie - im Marx’schen Sinne: falsches Bewusstsein - und
nicht um rational begründbare Einschätzungen oder Standpunkte)?
Wie kommt es dazu, dass die Mitarbeiterin eines anerkannten Instituts
wie des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, Frau Dr.
Juliane Wetzel sich in teils nebulösen, teils schlicht falschen
Behauptungen verlor, und das ausgerechnet im Zusammenhang mit der so
schwerwiegenden Problematik des Antisemitismus, bei deren Diskussion
die größte Sorgfalt angebracht ist?
Frau Dr. Wetzel behauptete, neben anderen bedienten sich „Teile
der globalisierungskritischen Bewegung und der pro-palästinensischen
Linken in ganz Europa“ heute „neu geschaffener antisemitischer
Stereotypen“. „Antisemitische Konnotationen haben sich insofern
grundlegend geändert, als an Stelle der Juden der Zionismus und
insbesondere Israel getreten sind...Der Begriff Jude wird durch Zionist
ersetzt...“. Dies tun tatsächlich Rechtsextreme, da ist Frau
Dr.Wetzel zuzustimmen, und man merkt es auch sehr schnell; denn sie
reden abwechselnd von „Israel“ und „den Juden“,
etwas, was niemals in der globalisierungskritischen Bewegung oder in
der „pro-palästinensischen Linken“ in Europa geschieht,
die die Expertin offenbar nur vom entfernten Hörensagen kennt.
Beide Bewegungen oder Strömungen kämpfen für gleiche
Rechte aller Menschen, überall (insofern dürfte es schwerfallen,
eine „pro-palästinensische Linke“ überhaupt ausfindig
zu machen, da es kein linker Standpunkt ist, „für“
irgendwelche Völker zu sein).
In der europäischen Linken und in der globalisierungskritischen
Bewegung arbeiten besonders zahlreich Juden und Araber zusammen. Das
könnte Frau Wetzel erleben, wenn sie einmal ein europäisches
oder ein Weltsozialforum besuchen und dort diese Bewegungen genau beobachten
würde. Auch die Aussagen der Expertin über die Konferenz „Stop
the Wall“, die im Frühjahr in Köln stattfand (und übrigens
entgegen Frau Dr. Wetzels Behauptung nicht von attac veranstaltet wurde),
sind nicht nur unzutreffend, sondern darüber hinaus eine Zumutung
gegenüber den israelischen Teilnehmern. Juliane Wetzel unterstellt,
„bewusst oder unbewusst“ würden bei solchen Veranstaltungen
die geladenen israelischen Referenten „missbraucht, um die eigene
Haltung, die durchaus nicht frei ist von antisemitischen Vorurteilen,
zu legitimieren.“ Sie unterstellt also beispielsweise Prof. Zuckermann
oder Prof. Raz-Krakotzkin, die auf der bewussten Konferenz aufgetreten
sind, sie seien derart unbedarft, dass sie sich in einem antisemitischen
Kontext missbrauchen lassen würden.
Was mich an dem Protokoll jener Gesprächsrunde erschreckt hat,
ist ein Ungeist, der in Deutschland durchaus salonfähig ist und
sogar die öffentlichen Diskurse dominiert. Eine derart fanatische
Parteinahme für „Israel“, für ein abstraktes,
monolithisches „Israel“ jenseits aller Facetten der israelischen
Gesellschaft, jenseits ihrer lebendigen, kritischen und selbstkritischen
Debatten, eine Parteinahme fernab von den Menschen, Israelis und Palästinensern,
die dort leben, wird natürlich diesen Menschen und Israel oder
Palästina in keiner Weise gerecht und scheint mir in ihrer Kälte
und schlechten Abstraktion einer Geisteshaltung zu entspringen, wie
sie in Deutschland traurige Tradition hat. Gegenüber diesen falschen
Freunden möchte man die israelische Gesellschaft verteidigen. Sie
ist nicht totalitär und menschenverachtend wie sie von diesen an
die Wand gemalt wird! Und alles sträubt sich angesichts rassistischer
Verallgemeinerungen, als seien nicht nur „die Israelis“,
sondern auch „die Juden“ als solche alle gleich in ihren
Interessen, ihren Ambitionen, ihren politischen Einstellungen und unmittelbar
zu identifizieren mit dem israelischen Staat und dessen Politik oder
dem zionistischen Projekt. Wie kann man so verächtlich sein, die
vielen Juden in Israel und weltweit zu ignorieren oder als „self-hating
Jews“ abzustempeln, die rufen „Not in my name!“
(Sophia Deeg)
Im Detail etwas
anders erschien dieser Artikel im Freitag.
Sophia Deeg
Israels falsche Freunde
Erschienen im Freitag am 5.8.2005
Interessant sind die Erkenntnisse einer Berichtigung die der Freitag
daraufhin abdruckte:
Berichtigung des "Freitag" vom 8.9.2005
Dr. LARS RENSMANN
KORRIGIERT SICH - UNZUTREFFENDE BEHAUPTUNGEN WERDEN UNTERLASSEN; NICHT
MEHR WEITER VERBREITET, GESCHWÄRZT................
Der Freitag schreibt
(ausschnittweise zitiert): ""...
Es trifft nicht zu, dass Dr. Lars Rensmann kürzlich zu einer Unterlassung
von Behauptungen über den Publizisten Dr. Ludwig Watzal verurteilt
wurde. Richtig ist, dass sich Dr. Lars Rensmann angesichts der Androhung
gerichtlicher Schritte außergerichtlich verpflichtet hat, unzutreffende
Behauptungen über Dr. Ludwig Watzal in seiner wissenschaftlichen
Buchveröffentlichung Demokratie und Judenbild (Verlag für
Sozialwissenschaften, Wiesbaden) zu unterlassen bzw. nicht weiter zu
verbreiten.
Dr. Lars Rensmann hat sich danach verpflichtet, nicht mehr zu behaupten,
Dr. Ludwig Watzal streite »für die Befreiung Palästinas
von Juden«. Er werde in seinem Buch dies dahingehend ändern,
dass Dr. Watzal für »die Befreiung der von Israel besetzten
Gebiete des Gaza-Streifens und West-Jordan-Landes« streite. Ferner
verpflichtet er sich, in seiner Unterlassungserklärung, nicht weiter
zu behaupten und zu verbreiten: »... er (Dr. Watzal - die Red.)
habe noch im Juni 2003 den Terrorismus als »Befreiungskampf«
im völkischen Jargon gerechtfertigt mit den Worten:
»Ein Volk, das so in die Hoffnungslosigkeit getrieben wurde, das
eingemauert wird, dessen Existenzgrundlagen man zerstört, dessen
Territorium man kolonisiert, greift zu solchen Verzweiflungstaten.«
ohne hinzuzufügen, dass es an der zitierten Stelle/Satz weiter
heißt:
»Das heißt nicht, dass die willkürlichen Terroranschläge
im israelischen Kernland gerechtfertigt sind - ich halte sie für
abscheulich und unmoralisch -, aber man muss das ganze Bild sehen. Der
Terror muss gestoppt werden, ja - aber zuerst muss die Besatzung beendet
werden, denn das eine ist die Ursache des anderen.«...."
Quelle: Freitag 36/2005 vom 8.9.05
http://www.freitag.de/2005/36/05360602.php
www.arendt-art.de/deutsch/palestina/index.html
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"Israles falsche Freunde".
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